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1000. Lehrling wird bei Stahl Judenburg ausgebildet

1000. Lehrling wird bei Stahl Judenburg ausgebildetMittwoch, 23. Oktober 2019

Den bereits 1000. Lehrling bildet der obersteirische Stahlverarbeiter Stahl Judenburg im heurigen Jahr aus. Dieses Jubiläum geht mit massiven Investitionen in die eigene Lehrwerkstätte am Standort Judenburg einher: Rund eine Million Euro sind in die Ausbildung von jungen Fachkräften insgesamt investiert worden. Nicht nur im Murtal, sondern in der gesamten Steiermark nimmt die Ausbildung von Lehrlingen wieder zu, betont die Wirtschaftskammer Steiermark.

Ein Quintett aus Zerspanungstechnikern sowie ein Trio an Maschinenbautechnikern: Mit den acht „Newcomern“ der Stahl Judenburg in diesem Jahr wird am Standort heuer der bereits 1000. Lehrling der Unternehmensgeschichte ausgebildet. „Die Ausbildung von jungen Fachkräften hat hier in Judenburg lange Tradition und genießt höchsten Stellenwert. Mit der eigenen Ausbildung von Facharbeitern nehmen wir die Zukunft selbst in die Hand: Denn bereits jede fünfte Führungsposition im Unternehmen ist mit einem ehemaligen Lehrling besetzt“, erklärt Stahl Judenburg-CEO Thomas Krenn. Die zukunftsorientierte Ausrichtung – auch im Moment werden 26 Lehrlinge ausgebildet – lässt sich der Judenburger Stahlverarbeiter auch einiges kosten: Rund eine Million Euro sind zuletzt in Modernisierung und Ausbau der eigenen Lehrwerkstätte am Standort geflossen: Fünf neue Anlagen – darunter CNC-Drehmaschinen sowie Fräsaggregate – wurden angeschafft und in Betrieb genommen. „Für uns ist entscheidend, dass unsere Lehrlinge unter modernen Bedingungen die hochtechnologischen Prozesse kennenlernen“, sagt Heinz Gruber, Leiter der Lehrlingsausbildung beim Judenburger Traditionsbetrieb. Darüber hinaus entstehe eine „echte Wertschöpfungssteigerung durch die Investitionen, da die Lehrlingswerkstatt auch für die Instandhaltung und Ersatzteile am Standort zuständig“ sei, so Gruber.

Mehr als 25 Jahre: Judenburger „Dauerbrenner“

Der größte Anteil der insgesamt 1000 ausgebildeten Lehrlinge geht auf die Siebziger und Achtziger zurück, wo zwischen 200 und 300 Jugendliche Lehrberufe am Standort erlernten. „Viele von ihnen sind hier in Pension gegangen oder heute noch am Standort: Allein unter unserer Arbeiterschaft sind aktuell fast 70 Mitarbeiter, die mehr als ein Vierteljahrhundert im Betrieb sind“, betont Geschäftsführer Krenn. Nur als Vergleich: Die durchschnittliche Verweildauer in einem Beruf – auch bei unterschiedlichen Arbeitgebern – beträgt in Österreich 6,23 Jahre. Die Judenburger „Dauerbrenner“ suchen damit hierzulande ihresgleichen. „Sogar während der turbulenten wirtschaftlichen Zeiten Mitte der Zweitausenderjahre konnten wir die gesamte Belegschaft halten“, betont Krenn.

Herk: „Zentraler Impulsgeber“

Mit insgesamt 450 Mitarbeitern und dem 1000. Auszubildenden sei „die Stahl Judenburg nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Murtal, sondern ein zentraler Impulsgeber in Sachen Lehrlingsausbildung für die gesamte Region“, betont Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark. Zur Orientierung: 844 Lehrlinge werden insgesamt aktuell im Murtal ausgebildet. „Die Investition von einer Million Euro in die Fachkräfte-Entwicklung ist darüber hinaus ein deutliches Zeichen dafür, dass der Stellenwert der betriebliche Lehrausbildung massiv steigt – nicht nur am Standort, sondern in der gesamten Steiermark. Das ist ganz besonders wichtig: Vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“, sagt der WK-Präsident. Heißt: Am Lehrstellenmarkt stehen aktuell nur halb so viele Jugendliche wie noch vor 40 Jahren zur Verfügung. So gab es Mitte der 1970er- Jahre jährlich noch mehr als 22.000 Jugendliche im Alter von 15 Jahren, im Vergleich dazu sind es heute nur knapp über 11.000. Trotz dieser demografischen Herausforderung zählt man aktuell sogar um 1,6 Prozent mehr Lehrlinge als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Umso erfreulicher ist darum die aktuelle Entwicklung. Sie ist eine Bestätigung dafür, dass die zahlreichen Bemühungen der Unternehmen wie hier am Standort Judenburg, aber auch unseres Hauses – wie etwa die „EuroSkills“ oder das Talentcenter – fruchten“, betont Herk.

Über die Stahl Judenburg
Der obersteirische Stahlverarbeiter Stahl Judenburg beschäftigt aktuell rund 450 Mitarbeiter. Damit ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber der Region. Das Unternehmen zählt zur international agierenden GMH Gruppe und weist einen Exportanteil von 95 Prozent auf. Das Kerngeschäft ist mit ca. 85 % die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie.

Bildtext: WKO-Regionstellenobmann Norbert Steinwidder, Stahl Judenburg-CEO Thomas Krenn, WKO Steiermark-Präsident Josef Herk, Lehrlingsausbilder Heinz Gruber, Lehrlingsausbilder Christian Steiner (kniend, r.) mit Lehrlingen der Stahl Judenburg (v. l.)
Fotocredit: Karina Pashkovskaya

 


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