Murtalinfo
Suche nach Unernehmen oder Produkte/Dienstlesitungen suchen
Newsletter Facebook Xing RSS
News

Junges Aichfeld: Bereits über 700 Jugendliche direkt eingebunden.

Junges Aichfeld: Bereits über 700 Jugendliche direkt eingebunden.Montag, 2. März 2020

Seit dem Sommer 2019 läuft das wegweisendes Beteiligungsprojekt „Junges Aichfeld“ der Gemeinde Fohnsdorf, Judenburg und Zeltweg.. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden die Umfrageergebnisse vorgestellt und die weitere Umsetzungschritte bekannt gegeben. Um es gleich vorweg zu nehmen: Als erste Maßnahme wurde eine „Junge Redaktion“ eingesetzt, die vor allem die Jugendlichen mit dem MurChat – einer eigenen Jugendzeitschrift – informieren will. Der erste Erscheinugnstermin soll noch im März 2020 sein.

Jung sein ist ein Lebensgefühl. DIE Jugend gibt es nicht. Standardrezepte gibt es nicht. Das war den Bürgermeistern der Gernot Lobnig (Fohnsdorf), Hannes Dolleschall (Judenburg) und Günter Reichhold (Zeltweg) bewusst, als sie das Junge Aichfeld im Sommer 2019 zum Schwerpunktthema der zukunftsorientierten Stadt- und Regionalentwicklung machten. Seitdem wurden bereits zwei Fokusgruppen, eine große Befragung, mehrere Workshops mit Jugendlichen und dem begleitenden Projektforum durchgeführt. So wurden bis heute insgesamt.

Die schriftliche Befragung erreichte 645 Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren. Sie wurde im September 2019 an allen Schulen der drei Städte und in Lehrwerkstätten und Betrieben durchgeführt. Die Alters- und Geschlechterstruktur ist in der folgenden Grafik dargestellt.

Der schriftliche Fragebogen wurde auf Basis der Fokusgruppenergebnisse entwickelt. Themenschwerpunkte der Forschung waren das Freizeitverhalten, der öffentliche Verkehr die Wahrnehmung der Angebote der eigenen Wohngemeinde und der Region. Zusätzlich wurde ein Schwerpunkt bei Neugestaltungswünschen zum jugendspezifischen Angebot der drei Städte gesetzt.

Freizeit: mehr privat, weniger öffentlich?!

Smartphone, Musik hören dominieren bei neun von zehn Jugendlichen als tägliche Freizeitbeschäftigung. Dazu kommt zwei Dritteln die tägliche Nutzung von Youtube, die Hälfte streamen täglich Serien und Filme. Sich mit Freundinnen und Freunden zumindest einmal die Woche privat zu treffen steht bei drei Vierteln der jungen Menschen hoch im Kurs. Der öffentliche Raum wird für mehr als die Hälfte der Befragten zumindest einmal die Woche zum Treffpunkt.

Warum Smartphone? Für Junge ist es das Kommunikationsinstrument schlechthin. Neun von Zehn nützen täglich Whatsapp, 80 Prozent Snapchat und drei Vierte Instagram. Facebook ist allerdings out: nur mehr ein Fünftel nutzt das soziale Medium täglich. Noch mehr out: Zeitungslesen. Nur knapp über 10 Prozent lesen täglich die Kleine Zeitung oder die Krone.

In Summe wird eines schnell klar: Die Jugend von heute kommuniziert mehr als ältere Generationen. Die Technik verändert das Kommunikations- und Freizeitverhalten sehr stark und unwiederbringlich.

Und für welche Inhalte interessieren sich Jugendliche? Für Veranstaltungsankündigungen interessieren sich knapp mehr als zwei Drittel sehr oder ziemlich, bei Berichten über Sport sind es
55 Prozent, bei Berichten und Fotos von Veranstaltungen sind es ebenso viele.

Aktiv dabei

Sehr positiv: Fast vier von zehn interessieren sich für Einladungen zum Mitgestalten bei Jugend-Projekten und Aktionen, rund ein Drittel gibt an, sehr oder ziemlich sicher an Workshops teilnehmen zu wollen, um das Angebot für Jugendliche aktiv mitzugestalten. Diese Beteiligungsabsicht sinkt zwar mit zunehmendem Alter auf rund ein Viertel, bleibt aber trotzdem auf dem durchschnittlichen Niveau von Beteiligungsprozessen der älteren Bevölkerung, erläutert Studienautor Anton Leinschitz-Di Bernardo vom projektbegleitenden Grazer Forschungsinstitut GMK. Die Bürgermeister Gernot Lobnig, Hannes Dolleschall und Günter Reichhold sehen sich damit auch sehr bestätigt, beim Projekt „Junges Aichfeld“ auf intensive Beteiligung der Jugend zu setzen.

Junge Redaktion und „murChat“

„Wir haben in diesem Projekt sehr schnell gelernt, dass junge Menschen andere Kommunikationskanäle und eine andere Sprache nutzen, als unsere eigne Genration. Deshalb haben wir als erste Maßnahme eine sogenannte junge Redaktion installiert. Sie soll nicht nur dieses Projekt begleiten, sondern in Zukunft zu einer fixen Kommunikationseinheit unserer drei Städte werden“, erläutern die Bürgermeister. Das Team von X jungen Redakteur*innen soll vor allem die Social-Media-Kommunikation betreiben und auch ein zwei Mal im Jahr erscheinendes Jugendmagazin „murChat“ herausgeben, dass sich mit dem beschäftigt, was Jugendliche vor allem interessiert: Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten. Eine neue junge Kommunikationslinie soll sich als gemeindeübergreifender regionaler Außenauftritt bewusst vom generellen Erscheinungsbild abheben. Sie soll das nachhaltige und eigenständige Branding der jugendspezifischen Gemeindeaktivitäten gewährleisten.

Keine Sportmuffel

Doch weiter zu den Befragungsergebnissen: Sportmuffel sind die Jugendlichen nicht. Ein Fünftel betreibt täglich Sport, ein weiteres Drittel mehrmals die Woche und ein zusätzliches Fünftel zumindest einmal die Woche.

Öffentlicher Verkehr: TOP!

Die tägliche oder mehrmalige wöchentliche Nutzung des Rades als Verkehrsmittel ist für ein Viertel Thema. Die Mehrheit - zwei Drittel nutzen den Drahtesel nur sporadisch oder selten. Ein Fünftel gibt an, nie mit dem Rad zu fahren. Radeln scheint also keine Notwendigkeit zu sein, will man in der Region von A nach B kommen. Insgesamt rund 70 Prozent sind mit dem öffentlichen Verkehr sehr oder ziemlich zufrieden, nur ein Zehntel nutzen ihn selten oder nie. Ein Topergebnis, dass die Nightline Murtal noch übertrifft. Zwar liegt die Nutzungsquote mit 70 Prozent etwas niedriger als beim allgemeinen öffentlichen Verkehr, die Zufriedenheit steigt aber auf 85 Prozent der Nightline-Fahrgäste.

Angebote: genug Sport, zu wenig JugendKultur

Interessant ist die Wahrnehmung des Angebots der eigenen Heimatgemeinde. Knapp die Hälfte der Befragten bestätigt, dass sie sich bemüht, viel für Jugendliche zu tun - ebenso viele sind davon allerdings nicht überzeugt. „Das möchten wir gerne verbessern“, sind die Bürgermeister überzeugt. Genug Sportmöglichkeiten gibt es für 70 Prozent, ausreichend öffentliche Treffpunkte für knapp mehr als die Hälfte. Dass man am Abend gut ausgehen kann, meinen dann nur mehr vier von zehn Jungen. Definitiv Aufholbedarf scheint es bei der Jugend-Kultur zu geben: hier stimmt nur ein Viertel der Aussage sehr oder ziemlich zu, dass genug Angebot gibt.

Keine Wünsche ans Christkind: JugendKulturTreffpunkt, JugendCard und WLAN

Diese Ergebnisse sind wichtige Ansatzpunkte für die Bürgermeister der drei Städte. Sie betonen unisono die Wichtigkeit, am Angebot eines zentralen JugendKulturTreffpunktes zu arbeiten. Er soll im engsten Sinne des Wortes als Treffpunkt, Freizeit-Hot Spot und eben Kultur-Angebot dienen.

Dieses neue Angebot wird in einem Ranking der Jugendlichen auch ganz vorne gereiht: Für drei Viertel der Befragten ist ein „zentral gelegener Treffpunkt/ein Lokal speziell für Jugendliche, wo man sich unterhalten und etwas trinken kann“, sehr und ziemlich wichtig. Mehr öffentliche Treffpunkte und mehr Musik und Konzerte liegen nicht ganz unerwartet für acht von zehn jungen Murtaler*Innen ganz vorne auf der Wunschliste. Eine „eigene JugendCard, die Dir Vorteile beim Einkaufen und bei der Nutzung von Einrichtungen der Städte und Gemeinden der Region bringt“ wurde schon im Rahmen der Fokusgruppen eifrig diskutiert und erhält ein ebenso hohes Voting. Noch etwas wichtiger ist den Jugendlichen öffentliches WLAN - für 85 Prozent ist es sehr und ziemlich wichtig.

Damit stehen auch zwei weitere Umsetzungsprojekte hoch im Kurs bei den gemeinsamen Plänen von Fohnsdorf, Judenburg und Zeltweg: WLAN und JugendCard. Vor allem das zweite Projekt bedarf intensiver Entwicklungsarbeit, soll es doch als Netzwerk-Service mit jugendrelevanten Betrieben, Sport- und Eventeinrichtungen, Vereinen und den eigenen kommunalen Angeboten angedacht werden.

Hier kommt viel Arbeit auf alle Beteiligten zu, sollen doch die eben genannten Angebote unter intensiver Beteiligung von Jugendlichen in mehreren Werkstätten bis Ende 2020 erarbeitet werden. Insgesamt wichtige Ziele, werden Sie doch mit ihrer Umsetzung wesentlich zum Image der Region beitragen.

Gutes Bildungsangebot, trotzdem wollen viele weg

Die gesamte Region Fohnsdorf, Judenburg und Zeltweg wird nämlich etwas zwiespältig gesehen: Neun von zehn Jugendlichen meinen, dass es viele Bildungseinrichtungen und Ausbildungsmöglichkeiten gibt, zwei Drittel, dass es genügend Einkaufsmöglichkeiten und Geschäfte für Jugendliche gibt. Gute Ergebnisse, die aber nicht alle zur Überzeugung kommen lassen, „auch nach Ausbildungsabschluss in der Region bleiben“ zu wollen: Für 45 Prozent trifft die Aussage sehr oder ziemlich zu, für etwas weniger (37 Prozent) trifft sie allerdings wenig oder gar nicht zu. Fast ein Fünftel weiß das noch nicht.

Allerdings ist sich immerhin die Hälfte sicher, dass die Region ihnen viele Zukunftschancen bietet - rund 40 Prozent meinen das nicht. Ein fast identisches Ergebnis liefert die Aussage, dass das Murtal aufstrebend ist. „Wir müssen noch mehr an unserem Image arbeiten“, blicken die drei Bürgermeister in die Zukunft. „Unsere Region bietet nämlich viele Chancen und eine Lebensqualität, die woanders nicht leicht zu finden ist.“

 

Infokasten:

Fohnsdorf, Judenburg und Zeltweg haben Zukunftspotenziale. Fast 1.700 ihrer Jungen Bevölkerung zwischen 10 und 20 Jahren gehen als Schülerinnen und Schüler in eine Schule der Region, rund 350 Lehrlinge erlernen ihr Handwerk und ihren Beruf. Die Verantwortlichen wissen aber auch sehr genau, dass die Region für junge Menschen attraktiv sein muss, wenn sie hierbleiben sollen.

Bedürfnisorientierung und Beteiligung

Deshalb begannen die drei Kommunen vor rund einem halben Jahr, das gemeinsame Projekt „Junges Aichfeld“ in Zusammenarbeit mit dem Grazer Forschungsinstitut GMK zu entwickeln.

Ziel ist die intensive Beteiligung Jugendlicher ab 14 Jahren bei der Entwicklung von jugendrelevanten kommunalen Maßnahmen, um so eine nachhaltige Zukunftsorientierung und Bindung an die Region zu erreichen. Fohnsdorf, Judenburg und Zeltweg sollen als lebendige, attraktive und vor allem chancenreiche Region für JugendKultur, Bildung, Ausbildung und Arbeit wahrgenommen werden.

Die Mobilisierung der jungen Zielgruppen soll über ihre eigene Bedürfnisorientierung und einer ihrer Identität entsprechenden Form der jungen Kommunikation erfolgen.

Konkrete Handlungsfelder und Umsetzungen

Der Prozess des gegenständlichen Projekts soll zu mindestens drei nachhaltig wirksamen Umsetzungen aus den hier angeführten Handlungsfeldern (können sich im Prozessverlauf noch ändern) führen und bereits bestehende andere Vorhaben vernetzen:

  • Handlungsfeld 1: Identität und junge Kommunikation
  • Handlungsfeld 2: Bildung und Arbeit (Unterstützung, Information, Kommunikation)
  • Handlungsfeld 3: Soziales Netzwerk inkl. JugendKultur, Treffpunkte und junges alternatives Sport- und Freizeitangebot
  • Handlungsfeld 4: Beteiligung und Nachhaltigkeit
  • Handlungsfeld 5: Treffpunkte und Einrichtungen (Jugendkulturzentrum, Jugendzentren ...)

Gemeindeübergreifender Prozess

Der gesamt Prozess wird von einer gemeindeübergreifenden Arbeitsgruppe mit den JugendreferentInnen und den verwaltungsseitigen Projektleitungen begleitet, die themenspezifisch um weitere Umsetzungsakteure erweitert wird. Ein Forum mit ausgewählten VertreterInnen verschiedener handlungsfeldspezifischer Stakeholdergruppen (Jugendliche, Eltern, Jugendmanagement, Schulen, Ausbildungseinrichtungen, ...) wird den gesamte Prozess begleiten und die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses reflektieren.

Analyse der Ausgangslage und Beteiligung von mehr als eintausend Jugendlichen

Fokusgruppen mit Jugendlichen wurden schon vor dem Sommer 2019 durchgeführt und werden nun zusammen mit den Ergebnissen der schriftlichen Befragung in den Schulen und Ausbildungsstätten der Region die Basis für die alle nachfolgenden Arbeiten sein. Bis Zum Ende des Projektes sollen über eintausend Jugendliche mitgearbeitet haben

Bildtext: Bgm. Hannes Dolleschall, Bgm. Günther Reichhold, Bgm. Gernot Lobnig und Anton Leinschitz-Di Bernado, GMK Graz und Projektleiter bei der Ergbenissvorstellung der Jugendumfrage „Junges Aichfeld“

 


« zurück

Wählen Sie ein Register:
Witschaft Tourismus Bildung Sport & Vereine Gemeinden
© murtalinfo 2020 | Underrain | DELPHIakademie | Werbeagentur Gössler & Sailer Mediadaten / Preise | Kontakt | Impressum | AGB | Kodex | ECG