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Internationales Gitarrenfestival Seckau

Internationales Gitarrenfestival SeckauMittwoch, 5. August 2020

Konzerte sind derzeit eine Gratwanderung zwischen dem Publikumshunger nach Musikgenuss und den Bedenken einer Ansteckung durch das Coronavirus.

Beim Eröffnungskonzert des Gitarrenfestivals Seckau am Samstag, 25. Juli haben Ersterer und die Begeisterung gesiegt: Nach den tollen Darbietungen der jungen Gitarrenkünstler und Prima la Musica Gewinner Nikolai Schön, Theresa Jelitzka und Juan Carlos Guzman war das zahlreich erschienene Publikum im Huldigungssaal der Abtei Seckau bei der Musik von Anna Lesjak mitgerissen. „Sueno en la floresta“ („Ein Traum im Blumenhain“) von Agustin Barrios Mangoré klang so, als würden mehrere Gitarren zugleich einen Traum weben. Im Duo mit Florian Palier spielte Lesjak zum Abschluss ihres Programms die Komposition „Postfaktische Fuge“ von Palier – eine Hommage an „die Kunst der Fuge“ von J.S. Bach aus der Perspektive heutiger Klangsprache mit Elementen barocker Kontrapunktik und zeitgenössischen Jazzelementen.

Nach der Pause stellte Florian Palier seine neue CD „Bach und Ich“ live vor. Zwischen zwei Uraufführungen seiner „4 Stücke“ und „Briefe aus der Quarantäne“ war die Violinsonate BWV 1003 von J.S. Bach angesetzt. Musikalischer Tiefgang, der die Seele berührte und äußerste Virtuosität im Allegro, dem 4.Satz der Sonate zogen das Publikum in Bann. Begeisterter Applaus folgte nach einigen Sekunden der spannungsgeladenen Stille und des Nachklingens  des eben gehörten. Ein Highlight der Gitarrenmusik. Das Publikum forderte mehrere Zugaben von Florian Palier ein.

Beim ebenso sehr gut besuchten Konzert am Donnerstag, dem 30.Juli (in der Gesellschaft ist das Bedürfnis nach Konzerten durch die lange Phase der Corona-Beschränkungen offensichtlich stark vorhanden) stellte Stefan Steinhauser seine neue, zweite CD „Ton“ mit ausschließlich eigenen Werken vor. Seine Tonsprache ist von freitonalen und jazzigen Elementen geprägt. Großer Applaus für eine kommende Künstlerpersönlichkeit.

Im zweiten Teil konzertierte das Duo Andrej Ofak – Borut Mori aus Dravograd (Slowenien) als die internationalen Vertreter des heurigen Festivals. Mit ihren eigenen Kompositionen zwischen world-music, Jazz-Improvisationen und Volksmusik aus dem mazedonischen Raum mit polyrhythmischem Groove war das Publikum echt begeistert. Mit einer sehr sympathischen und unprätentiösen Performance spielten sie sich in die Herzen der Zuschauer. Andrej Ofak erzählte dem Publikum, dass er seinen Lehrer Hans Palier, bei dem er sein Gitarrenstudium mit sehr gutem Erfolg absolviert hatte, vor 15 Jahren zum Studienabschluss kein Geschenk gegeben hätte – dies hole er nun mit der neuen CD des Duos „Echoes of river Drava“ („Echos der Drau“) nach. Diese CD wurde vor einem Jahr von der renommierten slowenischen Jazz-Fachzeitschrift Jazzetna CD des Jahres gewählt.

Bei der Abschlussmatinee am Sonntag, 2. August stellten die Kursteilnehmer das in der Woche Erlernte in einem ansprechenden Konzert auf sehr hohem Niveau im Huldigungssaal der Abtei Seckau vor. Coronabedingt waren heuer weniger Teilnehmer zum Kurs zugelassen, doch die, die dabei waren, zeichneten sich durch große Professionalität aus. Virtuose Kompositionen für Sologitarre von J.S. Bach bis zu spanischen Klängen wechselten sich ab mit Ensemblestücken in der Besetzung vom Duo bis zu 6 Gitarren mit 3 Sängerinnen (J.S Bachs Kantate „Zion hört die Wächter singen - Wachet auf“). Letzteres Stück war sehr stimmungsvoll und berührend auch zuvor beim Gottesdienst in der Basilika schon aufgeführt worden.

Den Schlusspunkt des Konzertes bildete das Gitarrenorchester mit einem Arrangement des Kursleiters, Prof. Hans Palier, vom altenglischen Lied „Green bushes“.

Der Huldigungssaal hallte vom kräftigen Applaus wider.

Seckau erlebte einen kunst- und niveauvollen Höhepunkt im heurigen Kulturjahr.

Der ORF hatte das Gitarrenfestival in Seckau mit einem vielbeachteten Beitrag in „Steiermark heute“ und 2 ausführlichen Berichten in „Sommerzeit“ porträtiert.

Text und Fotocredit: ©Walter Schindler


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