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Österreichs und Südtirols Bergdörfer - „Hoch über dem Murtal"

 Österreichs und Südtirols Bergdörfer - „Hoch über dem MurtalMontag, 19. Oktober 2020

Mit großem Aufwand produzierte ein 5-köpfiges Filmteam unter Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen seit 15. Juni insgesamt in 50 Drehtagen die 5-teilige Doku TV-Serie. 30.000 KM hat das Filmteam zurückgelegt und dabei 40 Stunden Filmmaterial produziert. Die Idee dazu stammt vom Produzenten  Matthias Ninaus - der gemeinsam mit Drehbuchautor Fritz Aigner die Konzeption zu diesem TV- Großprojekt erstellt hat.

Der Auftakt bzw. die Erstausstrahlung der 5teiligen TV Doku Serie „Österreichs und Südtirols Bergdörfer“ mit Teil 1 „Bergleben rund um den Großglockner“ die letzte Woche die bisher höchste Quote für die Sendereihe „Heimat Österreich“ erzielte. (220.000 Zuschauer sowie eine Reichweite von 7% und die hohe Bewertung von 4.8/5 sind die Messdaten die diesen Erfolg beim Publikum untermauern)

Die Ausstrahlung des Teil 2 „Hoch über dem Murtal steht diese Woche am Mittwoch auf dem Programm. (21. Okt. 20 um 20:15 auf ORFIII)

Der Film von Alfred Ninaus und Fritz Aigner portraitiert Menschen in der steirischen Krakau, St. Wolfgang am Zirbitzkogel, Perchau am Sattel, Pusterwald und Hohentauern, die in den abgelegenen Bergdörfern hoch über dem Murtal wissen, was es heißt, auf Augenhöhe mit der Natur zu leben.
 
In Krakau portraitiert der Film die Bergbauernfamilie Siebenhofer. Bereits seit 12 Generationen bewirtschaftet die Familie den zweithöchstgelegenen Bauernhof der Steiermark. Der Jungbauer Florian widmet sich heute im Nebenerwerb der Schafszucht, die Milchwirtschaft, die der Opa noch betrieben hat, ist längst nicht mehr ertragreich für einen derart kleinstrukturierten Hof.
Der 88-jährige Altbauer Franz Siebenhofer ist wahrlich eine steirische Legende – der „Himmelbauer“ war immerhin 33 Jahre lang der Träger des „Samson“, jener Kultfigur aus dem Murtal, der in Murau und eben auch in Krakau ein jährlicher Umzug gewidmet ist. Er erzählt vom Wandel des Hofes.
Daneben blickt der Film in Krakau dem Lederhosenschneider Roland Steinhart über die Schulter, er ist einer der letzten Meister seiner Zunft. Modernes Schnickschnack in der Trachtenherstellung lehnt er ab.
 
In St. Wolfgang am Zirbitzkogel zeigt der Film das Leben der Pfarrersköchin Anni Ehmann, die seit 1970 hier lebt und einiges vom Wandel des Dorfes zu erzählen hat. Seit 1989 gibt es hier keinen eigenen Pfarrer mehr, Frau Ehmann kümmert sich alleine um den Pfarrhof und das schmucke Kirchlein im Dorf. Sie ist die gute Seele des Dorfes. In regelmäßigen Abständen und doch viel seltener als einst, kommt der Pfarrer aus Obdach hierher und hält seine Messen, und wird im Anschluss von Anni Ehmann verköstigt.
Auch Altbürgermeister Gerhard Pletz berichtet vom Wandel des Dorfes, das einmal ein stolzer Wintersportort war. Der Fremdenverkehr hier im verschlafenen Dorf am Fuße des Zirbitzkogels ist in den vergangenen Jahrzehnten spürbar zurückgegangen.  Und doch hält der Altbürgermeister die charakteristischen Almbandzäune in Stand, die das Erscheinungsbild des Ortes prägen wie sonst nirgends und die gerade in jenen Zeiten ab der Hälfte des 20. Jahrhunderts, als der Tourismus seine Blütezeit erlebte, errichtet wurden, um dem Dorf ein uriges, einheitliches Antlitz zu verleihen.
 
Die Bauernfamilie Reichel, deren Hof seit 1825 im Besitz der Familie ist, steht im Mittelpunkt in Perchau am Sattel. Drei Generationen leben hier. Lisi und Fritz Reichel haben aus dem Gut ein Kräuterparadies gemacht, der Kräutergarten ist das Herzstück, der die Pflanzen liefert für Frau Reichels Kreationen – von Teemischungen bis hin zu wohltuenden Salben. DIe Kräuterkunde ist für sie aber auch eine spirituelle Angelegenheit, ihr Hauptanliegen: die Menschen zu einer Rückbesinnung auf einen bewussten Umgang mit der Natur zu bewegen. Sohn Wolfram und Schwiegertochter Christina kümmern sich um das Milchvieh am Hof und die Jungtiere auf der Alm. Und auch deren Kinder packen schon tatkräftig mit an. Die Reichels sind ein Beispiel für das Leben einer bergbäuerlichen Großfamilie.
Zudem zeigt der Film den letzten bäuerlichen Direktvermarkter des Dorfes – Thomas Lassacher, der die Milch aus dem Weidegras des Perchauer Sattels, das seinen Kühen als Futter dient, in einem Kupferkessel nach alter Tradition mit der Hand verkäst. Den Bergkäse verkauft er im hauseigenen Laden und auf dem kleinen Bauernmarkt im nahegelegenen Neumarkt.
 
Schon vor Jahrhunderten wurde in Pusterwald Gold abgebaut, das einst auch nach Venedig geliefert wurde. Der Abbau ist heute längst nicht mehr ertragreich, und doch hält man die Tradition hier hoch – die Goldwaschanlage erinnert an die Zeit der Goldgräber und – wäscher. Der Film zeigt den Goldwäscher Hugo Pfeiffenberger, wie er hier Interessierten die Technik des Goldwaschens näherbringt und Einblicke in die güldene Geschichte des Ortes liefert. Sein Vater hat als Bergmann die letzten harten Jahre vor dem Niedergang des Goldabbaus in den 1940er Jahren erlebt. Tagtäglich hat er in den Stollen des Bergwerks knochenharte Arbeit geleistet.
Der heute über 90-jährige Berufsjäger Alfred Diethart führt uns in den Talschluss, in sein langjähriges Jagdrevier. Hier erzählt er davon, wie sich die traditionsreiche Jagd in seinem bewegten Leben von einer Notwendigkeit in Zeiten der Armut hin zu einer Leidenschaft gewandelt hat.
Zudem gibt der Imker Karl Perner Einblicke in seine Arbeit, werden hier doch heimische Honigbienen, die alte Rasse "Carnica" gezüchtet, die in den Almgebieten einzigartige abgeschirmte Lebensräume vorfinden. Er mahnt von seinem Berufsstand einen verantwortungsvollen Umgang in der Bienenzucht ein, haben die Imker doch wesentlic hdazu beigetragen, dass heimische Bienen durch die Vermischung mit fremden Bienenrassen längst nicht mehr so robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Man hat den Tieren den natürlichen Selektionsdruckgenommen und so das Bienensterben unterstützt.
 
In Hohentauern zeigt der Film den Wandel des Dorfes am Triebener Tauern - Pass vom Bergbau hin zum Tourismus. Bis in die 1990er Jahre wurde hier in großem Stil Magnesit und Graphit gefördert. Der ehemalige Bergmann Karl-Heinz Krisch erinnert sich an die stolze Zeit des Bergbaus und erzählt von der harten Zeit, als sich infolge der Stilllegung des Bergwerks eine Katastrophenstimmung unter den Kumpeln breitgemacht hat. Zwar wird seit 2013 hier wieder Magnesit abgebaut – allerdings nur im Tagbau, und dafür braucht es heute nur 2 Mitarbeiter. Heute versteht sich Hohentauern als touristisches Dorf, im Zentrum wurde ein modernes Feriendorf mit luxuriös ausgestatteten Chalets errichtet, unmittelbar neben dem historischen Ortskern. Wie in keinem anderen Bergdorf Österreichs wird hier der Wandel hin zu zeitgeistigen touristischen Trends sichtbar.


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