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Heute schreibt die Fohnsdorfer Poesiepädagogin Birgit Krenn über: "Erste Entwürfe"

Heute schreibt die Fohnsdorfer Poesiepädagogin Birgit Krenn über:        Donnerstag, 29. April 2021

Liebe Leserinnen und Leser, hier auf murtalinfo schreibt die Fohnsdorfer Poesiepädagogin Birgit Krenn über das Schreiben und wie die Liebe zum Schreiben ihre Sicht auf den Alltag verändert hat.

Erste Entwürfe

Es gibt immer jemanden, der etwas besser kann als man selbst. Meist sogar mehrere. Das ist in Ordnung. Sich mit anderen zu messen kann belebend sein. Im Vergleich erkennen wir, wo wir selbst gerade stehen und wohin es uns zieht. Nur davon entmutigen lassen darf man sich nicht, vom Eigenen abbringen lassen und den Dingen den Wert absprechen. Ob wir ein neues Strickmuster ausprobieren oder einen neuen Lebensentwurf, es ist wahrscheinlich, dass wir erst herausfinden, wie es nicht geht, bevor wir erkennen, wie es geht.

Wenn ich mit einem Text beginne, dann weiß ich, dass es sein kann, dass ich alles wieder umschreiben muss. Das hat nichts damit zu tun, wie gut oder schlecht ich als Autorin bin. Das stellt mich auch nicht vor die Frage, ob ich meinen Beruf wechseln soll. Es ist Teil meines Berufs. Es ist Teil einer kreativen Arbeit. Es gehört zum Leben. Die Frage lautet nicht, wie kann ich Fehler vermeiden, sondern wie gehe ich mit dem um, was nicht gelingt? Wie gehe ich mit mir um, wenn etwas nicht gelingt?

In meinem Fall ist es ganz einfach. Ich schreibe großteils Kurztexte. J Ernsthaft: Es macht einfach nichts. Es spielt keine Rolle. Beim Schreiben gibt es erste Entwürfe, die sind in erster Linie dafür da, Gedanken zu sich einzuladen. Manchmal kommt ein Text, den ich in einem Guss hinschreiben kann, vielleicht nur ein paar Kleinigkeiten nachbessern muss. Viel öfter sind es Notizen, mit vereinzelten guten Sätzen, manchmal holpern die Gedanken dahin, wie ein alter Leiterwagen auf einer Schotterstraße, während meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Geistesblitze abfeuern. – Alles schon passiert! Die Fragestellung wird in mir weiterarbeiten, der Text wird kommen, wenn ich so weit bin. – Darauf kann ich vertrauen.

Nichts geht verloren und nichts ist vergeblich. Ich lerne an den Texten, die ich gelungen finde und von denen, die nicht gelungen sind. Vor vielen Jahren habe ich einen Text geschrieben, den ich immer noch liebe und gerne vortrage. Es geht darin um das Glück, einen Menschen lieben zu dürfen, auch wenn die Liebe unerwidert bleibt. (Vielleicht komme ich auf dieses Thema noch einmal zurück.) Der Text war sofort da, ich musste ihn nur niederschreiben. Davor aber habe ich unzählige erste Entwürfe geschrieben. Ich habe diese Liebesgeschichte in allen möglichen Varianten unter allen erdenklichen Perspektiven durchgekaut und nie hat es gepasst, bis es eines Tages eben doch gepasst hat.

Sie wissen nicht, an welchem Punkt die anderen begonnen haben, mit welchen Voraussetzungen sie loslegen konnten. Sie kennen nur ihren eigenen Weg.

Wo zieht es Sie hin? Welche ersten Entwürfe wollen Sie wagen?  

 

Birgit Krenn unterstützt und motiviert Schreibfreudige mit ihrem Unternehmen  „Erlebnis Sprache“. Seit 2008 gibt sie Kurse für Kreatives Schreiben und individuelles Schreibcoaching im Oberen Murtal und in Graz, aktuell auch online. 

Kontakt: birgit.krenn@erlebnissprache.at oder www.erlebnissprache.at


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