Murtalinfo
Suche nach Unernehmen oder Produkte/Dienstlesitungen suchen
Newsletter Facebook Xing RSS
News

Poesiepädagogin Birgit Krenn schreibt über: "Vorbilder und Weggefährten"

Poesiepädagogin Birgit Krenn schreibt über: Mittwoch, 4. August 2021

Liebe Leserinnen und Leser, hier auf murtalinfo schreibt heute die Fohnsdorfer Poesiepädagogin Birgit Krenn  über "Vorbilder und Weggefährten". Wie sie von diesen inspiriert wird und wie diese Menschen ihr das Gefühl geben, dass Dinge möglich sind und ihr Denken erweitern.

"Vorbilder und Weggefährten"

Frodo hat Samwise Gamgee, Don Quichote seinen Sancho Panza und Harry Potter stehen neben Hermine und Ron einige gute Geister zur Seite und auch wir schaffen mehr, wenn wir dabei unterstützt werden. Diese Unterstützung muss nicht notwendigerweise aus der Familie kommen. Auch Menschen, die wir nie persönlich kennengelernt haben, können uns in unserem Leben voran bringen.   

Ich mag es, von Menschen inspiriert zu werden, die mir das Gefühl geben, dass die Dinge möglich sind. Die mir dabei helfen mein Denken zu erweitern und meine Welt größer und bunter zu machen. Das sind oft Künstler, aber es hat mich auch schon eine Zahnarzt-Assistentin durch ein Gespräch über Zahnprothesen inspiriert. Es sind immer Menschen, die sich für eine Sache begeistern und staunen können. Die wertschätzend und neugierig sind und nicht aufhören, ihre eigenen Grenzen ein Stück weit zu verschieben, Sie sind bereit, etwas auszuprobieren, auch wenn es sein kann, dass es nicht gelingt. Sie versuchen es, weil sie wissen, dass sie in jedem Fall ein Stück weitergekommen sind, eine Erfahrung gemacht und gewonnen haben. 

Als ich damit begonnen habe, mein Schreiben ernst zu nehmen, hatte ich zweierlei Vorbilder. Aus Julia Camerons Büchern habe ich einige Lehren mitgenommen, die mich auch zwanzig Jahre später noch begleiten. Der von mir oft zitierte Satz „Schreiben beginnt, wo Sie sich gerade befinden.“ erinnert mich daran, dass es keinen besseren Schreibanlass und keinen besseren Moment gibt als den Augenblick. Ein anderer Gedanke, der mich begleitet, lautet: „Suchen Sie sich Menschen, die Sie dazu ermutigen, die Arbeit zu tun, anstatt lang und breit darüber zu reden, dass Sie sie nicht machen und warum.“

Dieser wunderbare Satz gilt ganz generell für die Dinge des Lebens. Er hilft dabei, die Chancen im Leben zu erkennen, durch die wir uns gut einbringen können. Gerade in den letzten Jahren fiel mir auf, wie oft und viel darüber diskutiert wird, warum etwas nicht geht oder nicht gehen kann. Speziell in der Umweltpolitik gibt es dieses weit verbreitete Weiterreichen von Verantwortung. Auf politischer Ebene ebenso wie auf privater und vor lauter Diskutieren darüber, wer was macht und vor allen Dingen wer was nicht macht und warum man selbst schon gar nichts machen kann, wenn der Nachbar doch und überhaupt … vergisst man darauf, sich zu bücken und ein Stück Plastik in den Müll zu werfen. Wir müssen nicht ständig darüber diskutieren, wer das Licht angelassen hat. Derjenige, der es bemerkt, kann es ruhig ausschalten. Die Suche nach Schuldigen nimmt viel Zeit und Energie in Anspruch. Wir können einander dabei helfen, schädliche Gewohnheiten zu verändern und uns bessere anzueignen. Unterstützen wir einander doch gegenseitig dabei, ins Handeln zu kommen.

Mein zweites Vorbild waren Menschen, die bereits geschrieben haben. Autorinnen und Autoren, deren Schreiben mich beeindruckte. Die Wegweiser für mich waren, damit ich wusste, wohin ich mich strecken wollte. Und wie bei Kindern begann auch mein Lernen zuerst durch Imitation. Ich imitierte die Sprache anderer, probierte unterschiedliche Stile aus, um so ganz nebenbei meinen eigenen zu finden und herauszufinden, welche Art von Geschichten ich erzählen mag. Das Lernen und Ausprobieren und Überdenken geht weiter. Die Reise ist noch nicht zu Ende, aber hin und wieder braucht es eine kleine Kurskorrektur.

Wenn wir auf dem Weg dorthin ins Lamentieren kommen, wie toll die anderen sind und was sie alles schaffen, was wir nie schaffen werden, weil und überhaupt … dann sind wir nur wieder in die eigene Verhinderungsfalle getappt. Es bringt uns kein Stück weiter, wenn wir uns klein machen und unser eigenes Tun herabsetzen. Vergessen wir das „Entweder-oder“ (entweder ich werde veröffentlich, gewinne den Bachmann-Preis oder mein Schreiben hat keinen Wert), denken wir lieber „sowohl als auch“. (Es gibt den Bachmann-Preis und es gibt mein Schreiben und beides darf sein).

Sorgen wir liebevoll für uns und kommen wir ins Tun. Machen wir das, was wir tun können. Jetzt, in diesem Augenblick. 

Birgit Krenn unterstützt und motiviert Schreibfreudige mit ihrem Unternehmen „Erlebnis Sprache“.
Seit 2008 gibt sie Kurse für Kreatives Schreiben und individuelles Schreibcoaching im Oberen Murtal und in Graz, aktuell auch online.
Kontakt: birgit.krenn@erlebnissprache.at oder www.erlebnissprache.at


« zurück

Wählen Sie ein Register:
Witschaft Tourismus Bildung Sport & Vereine Gemeinden
© murtalinfo 2022 | Underrain | DELPHIakademie | Werbeagentur Gössler & Sailer Mediadaten / Preise | Kontakt | Impressum | AGB | Kodex | ECG