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Mit Hunger kann man keinen Profit machen, deshalb gibt es ihn

Mit Hunger kann man keinen Profit machen, deshalb gibt es ihnMontag, 20. Dezember 2021

Wieviel Nahrung wird in unserer Wohlstandsgesellschaft weggeworfen, und wieviele Kinder müssen hungern und sterben daran!?! 15.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jeden Tag an den Folgen von Hunger! Hungertod von Kindern ist Mord! Es tut weh, wenn man sieht, dass nichts dagegen unternommen wird. Warum? Vielleicht weil es keinen finanziellen Profit bringt? Weil unsere Wohlstandsgesellschaft getrieben ist von Gier, egal ob jemand zu Schaden kommt - koste es was es wolle.
Unsere Welt ist einfach nur krank.

Ein weiteres erschreckendes Beispiel: An der Küste bei Kilifi, nördlich von Mombasa in Kenia, ist die Heimat der Papageienfische, Tintenfische und vielen anderen essbaren Fischen und Meeresfrüchten. Es gibt auch eine Reihe von Fischerdörfern, die Fischfang betreiben und trotzdem sind die Kinder der Fischer dort kleinwüchsig, unterernährt und krank. Warum ist das so? Weil das Grundnahrungsmittel der Kinder an den Küsten Ugali ist, mit Wasser vermischtes Maismehl. Warum essen die Kinder an den Küsten keine Fische und Meeresfrüchte, obwohl alle Eltern beruflich Fischfang betreiben? Forscher für öffentliche Gesundheit an der Washington University, und ihre kenianischen Kollegen haben die Menschen in den Dörfern befragt. Die Antwort der Eltern war so logisch wie erschreckend: Es sei für sie finanziell sinnvoller, den Fang zu verkaufen, statt zu essen. Haben wir nicht Geld genug, um die Fischer dort gerecht zu bezahlen, damit sie ihre Familien gesund ernähren können, mit den Nahrungsmitteln, die vor ihrer Haustüre vorkommen. Nein wir bezahlen sie schlecht und karren dann noch ihre Lebensgrundlage quer über den Erdball damit deren Fische bei uns auf den Tellern landen. Zusätzlich wird der ökologische Fußabdruck null beachtet.

Anscheinend ist vielen von uns nicht bewusst was hier abläuft. Die Gier ist einfach größer, denn mit einer gerechten Bezahlung könnte man keine Milliarden auf Kosten anderer verdienen. So lassen wir lieber täglich 15.000 Kinder unter 5 Jahren am Hungertod sterben oder unterversorgt dahinvegetieren. Unsere Welt ist krank.

Falsche Ernährung gilt auch in den reichen Ländern als häufigste Todesursache
In den westlichen reichen Ländern läuft es genau verkehrt. Mehr als zwei Milliarden Menschen sind übergewichtig oder fettleibig, besonders in der westlichen Welt.  Zu den gesundheitlichen Folgen zählen Bluthochdruck, Herzleiden, Diabetes, erhöhtes Schwitzen und Kurzatmigkeit. Doch damit ist die Liste der Folgeerkrankungen noch nicht am Ende! Die wachsende Patientenzahl mit Gelenkerkrankungen und Rückenschmerzen steht ebenfalls in Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Übergewichtigen. Denn jedes Kilo zu viel auf unseren Rippen belastet die Gelenke. Kein Wunder ist auch, dass bei Adipositas-Patienten die Rate an Depressionen und Angststörungen ebenfalls erhöht ist.

Gleichzeitig nehmen mehr als 800 Millionen Menschen unzureichend Kalorien oder Nährstoffe zu sich, vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, was ebenfalls zu Unterversorgung, Krankheit und letztendlich zum Tod führt.
Welche Ernährung ist nun sowohl für Menschen als auch für unsere Erde gut?

In erster Linie ist es wichtig das lokale Nahrungsangebot, die Gegebenheiten in jedem Land, oder sogar innerhalb eines Landes zu beachten. Für uns in der Region im Murtal würde der Spruch „Kauft mehr regionale Produkte“ schon ein großer Schritt in die richtige Richtung punkto Ernährung gehen. Zusätzlich sollten wir unseren Fleischkonsum einschränken und gegen stärkehaltige und eiweißreiche pflanzliche Nahrung tauschen. Gemüse sollte Hauptbestandteil der Nahrungsaufnahme sein nicht nur dekorativer Aufputz. Es liegt auf der Hand, dass sich die Auswirkungen auf die Umwelt zum Besseren wenden könnten, wenn sich die Ernährungsgewohnheiten grundlegend ändern würden, jedoch das stößt auf kulturelle und wirtschaftliche Hindernisse. Solche Erkenntnisse sind vor allem bei der Fleischindustrie mehr als unbeliebt. Das derzeitige industrialisierte Lebensmittelsystem verursacht bereits jetzt ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Außerdem werden 70 Prozent des Süßwassers und 40 Prozent des Bodens verbraucht (in der Steiermark sind wir diesbezüglich sogar Weltmeister), und die Menschheit ist auf Düngemittel angewiesen, um diese Mengen an Nahrungsmitteln herzustellen, die nicht einmal zu unserer Gesundheit beitragen. Die Unmengen an Düngemitteln stören zusätzlich den natürlichen Kreislauf von Stickstoff und Phosphor in unserer Natur und gemeinsam mit Pestiziden sind sie für die Verschmutzung des Bodens, unseres Trinkwassers, von Flüssen und Küsten verantwortlich.

Ist eine nachhaltige und gesunde Ernährung für alle machbar?
Ein vielfältiger, hauptsächlich pflanzlicher Speiseplan, mit einer geringen Menge an rotem Fleisch (100 -150g pro Woche), das ist weniger als ein Viertel von dem, was ein durchschnittlicher Amerikaner zu sich nimmt. Ultraverarbeitete Lebensmittel wie Softdrinks, Tiefkühlgerichte und rekonstituiertes Fleisch, Zucker und tierische Fette sollten weitgehend vermieden werden. „Diese Ernährungsweise würde nach Schätzungen jedes Jahr das Leben von etwa elf Millionen Menschen retten. Es ist möglich, zehn Milliarden Menschen gesund zu ernähren, ohne die Ökosysteme weiter zu zerstören, ob es den Hardlinern der Rinder- und Milchindustrie nun gefällt oder nicht, sie stehen wirklich auf verlorenem Posten. Ein Wandel ist jetzt unvermeidlich“, sagt Tim Lang, Forscher für Ernährungspolitik an der City University of London und Mitautor des EAT-Lancet-Berichts. Der Bericht fokussiert auf zwei Endpunkte des Ernährungssystems: Verbrauch (gesunde Ernährung) und Produktion (nachhaltige Lebensmittelproduktion).

Also, es ist höchste Zeit unsere Essgewohnheiten und unsere Einstellung zu Lebensmitteln zu überdenken und zu verändern. Wir alle befinden uns im Wandel von Bewusstsein und Zeit!

 


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