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Der Samson hatte in Murau seinen großen Tag

Der Samson hatte in Murau seinen großen TagDienstag, 16. August 2022

Der Marienfeiertag ist alljährlich der besondere Festtag für Murau und im Besonderen für die Bürgergarde von Murau. Es gilt das Samsonfest zu feiern. Dieses hat seit 1968 eine lange Tradition in Murau. Der damalige Obmann der Bürgergarde Ernst Gasteiger hat das Samsonfest ins Leben gerufen, seither ist der 15. August der Tag, wo die Bürgergarde ihr Samsonfest veranstaltet und die Bevölkerung von Murau wie Gäste dazu einlädt.

Die Murauer Bürgergarde
Blickt man in die Geschichte der Bürgergarde von Murau, so wird berichtet, dass bereits um 1700, in dieser Zeit wirkte bereits die Familie Schwarzenberg in Murau, es 90 wehrhafte Bürger innerhalb der Stadtmauern gegeben habe, die in ständiger Bereitschaft standen, notfalls vor Angriffen von außen sich zu wehren. In der Chronik nachzulesen ist auch, dass die Murauer Bürgerwehr zu besonderen Einsätzen außerhalb Muraus zum Einsatz kam, so am Semmering, Pyhrnpaß, in der Rachau. Ihre Hauptaufgabe war allerdings die Bewachung ihrer Heimatstadt Murau. Viel mehr bekannt war die Aufgabe der Bürgerwehr bei kirchlichen Festlichkeiten besonders die Prozessionen zu beschützen. Nach den napoleonischen Kriegen und ersten Weltkrieg wurde die Murauer Bürgergarde aufgelöst.  Erst 1929 kam es zur Wiedergründung durch Dr. Friedrich Zelburg. Doch es sollte nur 10 Jahre dauern, 1939 wurde sie behördlich aufgelöst. Als Murau ihre 650 Jahrfeier durchführte, gab es wieder ein Lebenszeichen der Bürgergarde, eine kleine Zahl an Gardisten rückte zur Feier aus. Offiziell wiedergegründet wurde die Bürgergarde 1951 von Ernst Gasteiger, seither ist sie ein bedeutender Kulturträger mit viel gelebter Tradition in Murau. Nach Gasteiger waren Josef Strasser und Rudolf Paschek in der Obmannfunktion der Bürgergarde. Besonders in der Zeit von Rudolf Paschek war die Garde auf Reisen, so nach Moskau, Rom, Lissa, Steenvoorde, Kruma und Posen und auch nach Barcelona war man gereist. Seit drei Jahren ist nun Martin Lienhart, Pastoralreferent im Seelsorgeraum Murau – West Obmann der Bürgergarde. Kommandant ist ebenfalls seit drei Jahren Christoph Knapp, er folgte damals den verstorbenen Rudi Steinacher. Die Murauer Bürgergarde zählt derzeit über 70 Mitglieder, „einige unserer Mitglieder sind schon im älteren Semester und können somit nicht mehr so oft ausrücken, aber wir haben wieder mit jungen Burschen Nachwuchs“ sagt Kommandant Christoph Knapp.

Der Samson
Untrennbar mit der Bürgergarde verbunden ist der Murauer Samson. Dieser ist alljährlich am Marienfeiertag ab 13 Uhr in Murau zu sehen. Letztes Jahr wurde er einer umfangreichen Restaurierung unterzogen, vieles ist neu, das Innengestell verstärkt, nach außen zeigt sich der Samson nun mit langen Haaren „das gehört sich so“ sagt Christoph Knapp. Das Stadtwappen ist nun wieder sichtbar angebracht, er ist nun mit 75 kg doch etwas leichter, 5 m hoch. Getragen wurde er am Montag abwechselnd von drei jungen Burschen. Der bisherige Samsonträger Frank Kollmann hat diese Aufgabe zurückgelegt. Die Geschichte des Murauer Samsons lässt sich bis 1746 zurückverfolgen, damals soll man um 26 Gulden den Samson im benachbarten Lungau erworben haben, dies hätten Nachforschungen des früheren Obmannes Ernst Gasteiger im Jahre 1968 ergeben. Damals war der Samson bei kirchlichen Umzügen ein Schutz um vor Übergriffen in der Reformationszeit. Am 26. August 1968 wurde ein eigenes Fest auf die Beine gestellt, wo der Samson nach langer Zeit wieder in Murau in Erscheinung getreten ist.
Zwei Jubiläen galt es zu feiern
Dieses Jahr durfte die Murauer Bürgergarde mit dem Samsonfest zwei Jubiläen feiern: 70 Jahre Wiedergründung nach dem Krieg durch Ernst Gasteiger und 10 Jahre Intermaterielles Kulturerbe der UNESCO der Murauer Garden.  Im Bezirk Murau gibt es fünf dieser Garden, neben der Murauer Bürgergarde die Schützengarde Ranten, die Schützengarde in Krakaudorf und in Krakauebene sowie die Schützengarde der Pfarrgemeinde St. Peter am Kammersberg. Diese fünf Garden haben ihren Ursprung im Schützen der kirchlichen Prozessionen zu verdanken. Seit Jahrzehnten wird dieser Auftrag symbolisch immer noch wahrgenommen. Zu Fronleichnam und Pfarrfesten sind die Garden in ihren Pfarren präsent und wichtiger Teil im kulturellen Jahresleben. Vor 10 Jahren wurden die Garden auf Betreiben von Alfred Baltzer und Rudolf Paschek in das Intermaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Das Fest am Marienfeiertag
Mit Gardekurat Thomas Mörtl wurde das Feiern im Stadtpark mit vielen Mitfeiernden eröffnet, festlich umrahmt vom Musikverein Stadtkapelle Murau mit Kapellmeister Gernot Mang. "Wir sind unterwegs zum ewigen Leben, das Vorbild ist die Gottesmutter Maria" so Pfarrer Thomas Mörtl. Am Schluss der hl. Messe wurden Kräuter gesegnet wie auch die neuen Samsonträger. Dem bisherigen Samsonträger Franz Kollmann wurde mit einer Samsonfigur für sein langjähriges Wirken gedankt. Kulinarik wurde im Stadtpark geboten so auch der bekannte Grenadirmarsch mit Zutaten aus der Region. Rund 300 Portionen wurden verkauft, sagt Hauptkoch Jörg Fries am späten Nachmittag.  
Nach der kirchlichen Feier am Vormittag galt am Nachmittag dem Samson die Aufmerksamkeit, von der Lichtensteinstrasse über Hauptplatz, Anna-Neumann-Gasse bis zum Friesacher Tor machte der Samson mit seinem Gefolge seinen Weg. Unzählige Salven mit dem Samsontanz wurden begeistert aufgenommen. Alles wurde von Christoph Knapp als Kommandant der Garde geleitet. Vorzeitig beendet wurde das Feiern beim Friesacher Tor durch einen Starkregen, dennoch, so war man sich am Feiertag einig, so viele Besucher hat es schon länger nicht mehr gegeben.
Anita Galler


Bildtext: Die Gardemesse im Stadtpark war Auftakt für das Samsonfest am Marienfeiertag in Murau.

Text und Fotocredit: Anita Galler


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